PROJEKT: MONITORING HATE CRIMES AND VICTIM ASSISTANCE IN POLAND AND GERMANY

Seit Januar 2008 ist beim Verein »Opferperspektive e.V.« in Potsdam ein neues Rechercheprojekt angesiedelt, das Monitoring-Ansätze im Feld rechts motivierter Gewalttaten sowie nicht-staatliche Betreuungs- und Beratungsangebote für Opfer solcher Angriffe und Delikte in Polen und Deutschland untersucht.

Zielsetzung dieses von der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung, Zukunft« finanzierten Projektes ist es, einen stärkeren Austausch von Erfahrungen in diesem Bereich zu ermöglichen und Perspektiven für eine verbesserte transnationale Kooperation zwischen Initiativen zu entwickeln, die sich in beiden Ländern gegen rechte Gewalt und für deren Opfer engagieren.

Zunächst geht es darum, sich in Polen und Deutschland einen ersten Überblick über diejenigen Einrichtungen und NGOs zu verschaffen, die bereits im Bereich Monitoring/Dokumentation und Opferberatung aktiv sind, und deren Arbeitsansätze und Herangehensweisen an das Problem »hate crimes« nachzuvollziehen und darzustellen.

Während für Deutschland bereits einige Studien und Berichte vorliegen – mit einem Schwerpunkt auf den von Bund und Landesregierungen geförderten ostdeutschen Opferberatungsstellen gegen rechte Gewalt –, ist das Feld in den alten Bundesländern bislang weniger und in Polen noch gar nicht erforscht. Daher ist es besonders erfreulich, dass für das Rechercheprojekt die in Warschau ansässige Organisation »Nigdy Więcej« (»Nie Wieder«) als Kooperationspartner gewonnen werden konnte. »Nigdy Więcej« und seine gleichnamiges Magazin, das regelmäßig über rechte Gewalt und rassistische Vorfälle berichtet, zählen mit ihren über 100 ehrenamtliche Mitarbeitern in ganz Polen seit 1996 zu den wichtigsten anti-faschistischen und anti-rassistischen Initiativen des Landes (vgl. http://www.nigdywiecej.org.pl).

Auf zwei ersten internen Workshops, die im Januar in Warschau und im Februar in Berlin stattfanden, haben die insgesamt sechs freien Projektmitarbeiter die Möglichkeit genutzt, sich und die Situation in den jeweiligen Ländern in Bezug auf rechtsextreme Entwicklungen, sowie gesellschaftliche und gesetzliche Rahmenbedingungen für die Bekämpfung von Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus und Homophobie besser kennen zu lernen. In den Monaten März und April finden Interviews mit politischen Initiativen, NGOs und Selbstorganisationen von „Betroffenengruppen“ in Polen und Deutschland statt. Mitte Juli wird der vorläufige Endbericht (in Englisch) vorliegen, dessen Ergebnisse allen Interviewpartnern sowie interessierten Organisationen und Forschungseinrichtungen zur Verfügung gestellt werden sollen.

Den Abschluss des Projekts bildet eine öffentliche Tagung Mitte September 2008, die in Deutschland stattfinden wird und welche als Forum für die Diskussion der Studie sowie der weiteren Vernetzung und Entwicklung von Perspektiven für konkrete Kooperationsprojekte dienen soll.

Für weitere Informationen und Anregungen stehen zur Verfügung:

Für das polnische Team: Dr. Rafal Pankowski, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Für das deutsche Team: Dr. Britta Grell, Timm Köhler, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Koordinator des Projekts: Dominique John, Opferperspektive e.V., Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!